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Neue i+R-Zentrale ist Österreichs erstes Platin zertifiziertes LEED-Gebäude seiner Klasse

i+R Unternehmenszentrale

Die neue Zentrale des Lauteracher Traditionsunternehmens i+R Gruppe ist das Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen von Bürogebäuden in Österreich. Als erstes und einziges Firmengebäude hat es mit Platin die höchste Auszeichnung in der Königsklasse „New Construction“ (Gesamtbauwerk inklusive Innenausbau) der LEED-Zertifizierungen erhalten.

Zudem hat die Zentrale die Bestbewertung für die energetische Gesamtgebäudebilanzierung erhalten, die zuvor noch kein LEED zertifiziertes Gebäude in Österreich erreicht hat. LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) ist ein international anerkanntes Zertifizierungssystem für nachhaltiges Bauen. Neben ökologischen und ökonomischen Aspekten bewertet es sozio-kulturelle Kriterien wie etwa Raumklima und Arbeitsplatzqualität sowie die Standortqualität und technische Innovationen in Planung und Ausführung.

„Unser Anspruch bei der neuen Unternehmenszentrale war in erster Linie, ein bestmögliches Umfeld für unsere Mitarbeiter zu schaffen“, sagt i+R Geschäftsführer Reinhard Schertler. „Das Erreichen möglichst hoher Qualität bei Raumklima, Akustik und Energieeffizienz waren deshalb für uns als Bauherren selbstverständlich.“ Eine Bewertung nach einem internationalen Zertifizierungssystem anzustreben, lag im Laufe des Planungsprozesses auf der Hand. „Bei den hohen Anforderungen, die wir uns ohnehin gestellt hatten, war sie die logische Konsequenz“, ergänzt Schertler.

Insgesamt 84 Punkte sicherte sich das Unternehmen bei der Zertifizierung der neuen Firmenzentrale. Ein effizientes Energiekonzept, der Einsatz erneuerbarer Energien, eine automatisierte Gebäudeleittechnik sowie die hohe Arbeitsplatzqualität überzeugten unter anderem den Zertifizierungsausschuss.

Breites Know-how im eigenen Haus
„Ausschlaggebend für die hohe Bewertung war neben dem Engagement des Bauherren die große fachliche Qualität und Erfahrung der i+R Gruppe, die in die Planung und Ausführung des Gebäudes eingebracht wurden“, betont Jens Glöggler, Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft ATP sustain, welche die LEED Nachhaltigkeitszertifizierung durchgeführt hat. Insgesamt 70 Prozent der Bauleistungen für das viergeschossige Gebäude mit einer Nutzfläche von 3.300 Quadratmetern konnte das Lauteracher Unternehmen selbst erbringen.

Ziel: energieautark

Erreicht wurde damit ein Bürokomplex, der mit neun Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter den Grenzwert von 15 Kilowattstunden für den Heizwärmebedarf des Passivhausstandards noch unterschreitet. Die Heizung und Kühlung des Gebäudes nutzt Erdwärme. Den Strom für die hocheffiziente Wärmepumpe liefert eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 200 Kilowattstunden. Die Kühlung des Gebäudes im Sommer erfolgt mittels Free Cooling: das heißt, über die Erdsonden ohne den Einsatz der Wärmepumpe und damit ohne zusätzlichen Energieeinsatz.

Geplant war eine Abdeckung des Gesamtenergiebedarfs (inkl. Licht, Computer, usw.) zu 70 Prozent. „Nach acht Monaten Gebäudenutzung ist absehbar, dass wir den Energiebedarf durch gezielte Optimierung zu hundert Prozent mit Bio-Strom aus eigener Erzeugung decken können und damit energieautark sind“, freut sich Reinhard Schertler.

Energieeffiziente Steuerungstechnik
Eine energieeffiziente Gebäudeleittechnik steuert Licht, Temperatur und Lüftung der Büros automatisch und garantiert damit ebenfalls einen niedrigen Energieverbrauch. Weitere Komponenten in diesem Zusammenspiel sind die Gestaltung des Gebäudes mit einem „Brise soleil“, dem vorgelagerten Sonnenbrecher auf der Südseite, sowie ein ebenfalls automatisch gesteuerter Sonnen- und Blendschutz.

Besonders würdigt das LEED-Zertifikat das Beleuchtungskonzept des i+R Firmensitzes. Im gesamten Gebäude nutzt es das Tageslicht. Bei gleichzeitiger Verwendung von LED-Leuchtmitteln und einem innovativen Kunstlichtkonzept konnte die i+R Gruppe damit den Energieverbrauch für die Beleuchtung um bis zu siebzig Prozent reduzieren. Lichtveränderungen werden etwa mittels Sensoren  in den Räumen wahrgenommen. Ist es zu dunkel oder zu hell, wird die Beleuchtung sehr langsam – für das Auge kaum merklich – erhöht oder vermindert.

Individuelles „Wohlfühlklima“ für die Mitarbeiter
Trotz des hohen Automatisierungsgrades kann sich jeder Mitarbeiter sein eigenes „Wohlfühlklima“ schaffen. Denn sowohl Temperatur als auch die Lichtintensität und Sonneneinstrahlung kann jeder individuell steuern.

Geplant hat das i+R Firmengebäude das renommierte Architekturbüro Dietrich|Untertrifaller. Eine flexible Raumgestaltung stand dabei im Vordergrund. Der Grundriss der einzelnen Büroeinheiten beruht auf einem Achsraster von 1,6 Metern. Diese modulare Bauweise ermöglicht jederzeit eine Um- und Neugestaltung der Büroflächen. Seit Jänner 2013 arbeiten rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale. Die Baukosten beliefen sich auf rund acht Millionen Euro.

 

Fact Box:
i+R Firmenzentrale in Lauterach

Bauherr: i+R Gruppe GmbH, Lauterach, Österreich
Planung: Dietrich|Untertrifaller, Bregenz
Bauzeit: 2011 – 2012
Nutzfläche: 3.300 m²
Kubatur: 18.984 m³ (ohne Tiefgeschoss)
Baukosten: rund 8 Millionen Euro
Anzahl: 130 Arbeitsplätze
Auszeichnungen: 2013 LEED-Label Platin als Österreichs erstes Gebäude in der Klasse „LEED New Construction“ (Gesamtbauwerk inklusive Innenausbau)

Infos unter www.ir-gruppe.at/de/unternehmen/neue-unternehmenszentrale

 

Fact Box:
LEED Zertifizierung

Organisation: U.S.Green Building Council (www.usgbc.org/leed)
Zertifizierer: ATP sustain, Wien (www.atp-sustain.ag)
Kategorie: new construction (Gesamtbauwerk inkl. Innenausbau)
Bewertung: 84 von 110 Punkten
Auszeichnung: Platinum
Bewertete Kriterien:
Baustellenmanagement + Standort
Effiziente Wassernutzung
Energie und Luftqualität
Materialien und Ressourcen
Komfort und Raumqualität
Innovationen
Regionale Schwerpunkte

BTV Bauherrenpreis 2013 für die i+R Unternehmenszentrale

BTV Bauherrenpreisverleihung 2013

Auch beim 7. BTV Bauherrenpreis 2013 ging die i+R Unternehmenszentrale als Preisträger hervor. Aus 148 Einreichungen kürte die Jury die besten Architekturprojekte Vorarlbergs und Tirols. "Gelungene Architektur ist ein Beitrag an die Gesellschaft und die Umgebung. Mit dem BTV Bauherrenpreis machen wir auf die wichtige Rolle der Bauherren aufmerksam und wertschätzen die Leistungen der Architekten und Planer", definiert Vorstandssprecher Peter Gaugg die Motivation zu diesem Wettbewerb.

Hier gehts zum Film über die i+R Unternehmenszentrale, den der ORF anlässlich des 7. BTV Bauherrenpreises gedreht hat.

Nominierung Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit 2015

Die i+R Zentrale wurde für den vom Bundesministerium für Land-und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft ausgeschriebenen Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit 2015 nominiert.

Im Januar 2015 wurde in Wien durch Bundesminister Andrä Rupprechter der Staatspreis vergeben. Die Unternehmenszentrale der i+R Gruppe wurde in der Kategorie "Firmengebäude" hinter dem Betriebsgebäude des oberösterreichischen Logistikunternehmens Schachinger mit Platz zwei ausgezeichnet.

Mit dem Staatspreis für Nachhaltigkeit und Architektur werden Gebäude, die eine anspruchsvolle Architektur, ressourcenschonende Bauweise, Energieeffizienz und ein Baustil im Einklang mit Umwelt und Natur unter Beweis stellen wertgeschätzt. 

In einem Auswahlverfahren durch eine hochkarätige, international besetzte Jury wurden aus insgesamt 74 Einreichungen zwölf Projekte für den Staatpreis nominiert.

Das Komitee hat mit folgender Argumentation die i+R Zentrale nominiert: "Das Brise Soleil, von weitem sichtbar, bestimmt die Südfassade, spendet Schatten und markiert den Eingang. Ebenso sorgfältig und präzise sind Nord, Ost- und Westfassade gestaltet. Bei den beiden Letzteren rahmen brettergeschalte Sichtbetonmauern kleine, sich geschossweise abwechselnde Balkone und ergeben ein stimmig proportioniertes Bild. Die innere Struktur wird von zwei großen verbindenden Atrien gegliedert. Das eine ist eher öffentlich und dient der allgemeinen Erschließung und dem Empfang auf den verschiedenen Geschossen. Das andere ist eher als Begegnungspunkt für interne und informelle Gespräche ausgelegt. Innovative Energielösungen, Energieeffizienz, hochwertige Materialien und die damit verbundene hervorragende Arbeitsplatzatmosphäre komplettieren das Bild."